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Freitag, 20. August 2010

Inselleben

Ja, das Warten hat so seine witzigen Seiten. Wir hocken gerade in Kuala Terengganus überdimensionalen (und leider ziemlich leeren) Flughafen unter einem "Dilarang Merokok" Schild (no smoking; die Strafe sind übrigens nicht 20 Stockschläge, sondern 10'000 Ringgit oder 2 Jahre Haft) und haben noch 5 Stunden zu warten, bis unser Flug nach KL abhebt. Aus südlicher Richtung weht der Gesang eines eher weniger talentierten Muezzin (wir haben selten welche gehört, und einige waren tatsächlich ziemlich gut) zu unseren Ohren und wir fragen uns langsam, was ihm wohl weh tun mag (nach dem Gejammer zu urteilen, muss es ernst sein). Dazu ist Annina ziemlich lustig drauf, und liest gerade "Reisetipps von A bis Z" in unserem treuen Führer (was in Anbetracht des Endes unserer Ferien nicht viel Sinn macht, aber es dient eher der Ablenkung). Das Ganze, wie gesagt, hat eine eigene Komik die man schwer erklären kann (und versetzt mich in eine eher sarkastische Stimmung, wie man sicher merken kann).Und es gibt mir die Zeit, um über unseren Aufenthalt auf Lang Tengah nachzudenken.

Wie war es also auf dieser Insel? Traumhaft schön und erholsam ruhig. Gleich nach unserer Ankunft, und nachdem unser Gepäck per Boot in den Westflügel gebracht wurde, haben wir alles in unserem schönen Zimmer verstaut und sind an den 20 Meter entfernten Strand gegangen. Es war bewölkt, also sind wir kurz (und ohne Schutz) schwimmen gegangen. Und hätten uns beinahe einen Sonnenbrand geholt. Nach ausgiebigem Eincremen und nachdem die Sonne wieder ihr Antlitz gezeigt hat, waren wir noch Schnorcheln.

Die Abende waren genau wie die Tage (mit Ausnahme von gestern): ruhig, gemütlich, ohne Hektik. Das Essen jedes Mal ausgezeichnet.

Am zweiten Tag haben wir uns für eine Schnorcheltour auf eigene Faust entschieden. Rund um die Insel hat es zahlreiche Spots die sehr schön sind. Zum "Moon Rock", auf der anderen Seite der Insel, kann man in einer Stunde laufen und dann zurück schnorcheln. Wir haben uns für zweimal schnorcheln entschieden und haben eine neue Sportart erfunden: Extreme Snorkeling. Um 11 Uhr sind wir, mit Schutzfaktor 50 eingecremt, mit T-Shirt und 2 Flaschen Wasser im Schlepptau, Richtung Süden gestartet. Und geschnorchelt, und die Vielfalt an Korallen und Fischen bestaunt. Nach einer Weile sind wir dann wieder auf sandigen Grund gestossen (der "Moon Rock" soll in einer Bucht mit sandigem Grund liegen). Aber kein mondförmiger Felsen weit und breit. Also sind wir weitergeschwommen. Und geschwommen. Und geschwommen, ohne wirklich eine Pause einzulegen, da die Ostküste der Insel felsig und ohne Strände ist, und praktisch keine Möglichkeit besteht, aus dem Wasser zu kommen. In der Zwischenzeit waren schon einige Stunden vergangen, und wir haben uns schon gefragt, ob (und wie) wir es überhaupt bis zum mittlerweile von uns verfluchten "Moon Rock" schaffen würden. Zum Glück hat uns die Unterseewelt mit allem möglichem Getier (Haie, Rochen, Barrakudas, Napoleonfische, und was sonst alles so schwimmt oder sich an Felsen krallt) belohnt. Nach einem (erneuten) Versuch, haben wir es doch noch an Land geschafft, um eine kurze Pause zu machen und nachsehen, ob wir über die dschungelbewachsenen Hügel einen Weg finden können. Leider war dies nicht der Fall. Aber es ist mir aufgefallen, dass wir uns wieder in südliche Richtung bewegten. Das konnte nur eines heissen: wir waren bereits über die nördliche Spitze der Insel geschwommen und waren unserem Startpunkt immer näher. Gegen 17 Uhr haben wir, erschöpft aber glücklich, unseren Strand wieder erreicht. In 6 Stunden hatten wir die Insel umrundet, und alle möglichen Schnorchel-Spots erkundet!

Den folgenden Tag haben wir logischerweise der Ruhe und dem (Sonnen)Baden gewidmet.

Am Donnerstag habe ich Annina für eine Weile im Stich gelassen, und bin Tauchen gegangen. Der Tauchgang an der Nordspitze der Insel (welch eine Ironie) war sehr schön. Mit dem Dive Master und einem anderen Gast (ein eher atypischer Römer) haben wir zahlreiche Fisch- und Korallenarten in 24 Meter Tiefe bewundert. Nachdem ich mich bei meinem Tauchbuddy als Italiener outen musste, haben wir den Abend mit einer kleinen Gruppe (kleine Gruppen sind ungefährlich :-) ) Italiener verbracht und bis spät in die Nacht getratscht und gelacht.

Heute um 13 Uhr haben wir, auf einer durch den Wind aufgepeitschten See, die Rückreise angetreten. Nach zirka einer Stunde sind wir mehr oder weniger durchnässt am Festland angekommen. Kurze Taxifahrt. Nun sitzen wir hier. Und die Zeit steht still...

Oli + Annina

Mittwoch, 18. August 2010

The picture of Durian Gray

In Oscar Wildes Buch altert Dorian Gray nicht, dafür ein Portrait von ihm. Hätte der Autor die Geschichte in Malaysia spielen lassen, wäre es kein Portrait, sondern eine hässliche Frucht gewesen...

In Malaysia, wie mit Sicherheit in den anderen Ländern in denen sie vorkommt, ist es verboten eine Durian-Frucht mit ins Taxi, in den Bus oder ins Hotel zu nehmen. Und dies aus einem guten Grund: sie stinkt bestialisch - ich weiss nicht wie ich es am besten beschreiben soll - nach Biogas, oder so etwas in diese Richtung. Zudem ist sie ziemlich voluminös (je nach Exemplar können es schon ein paar Kilo sein) und hat eine harte, mit zahlreichen Stacheln versehene Schale. Nichts desto trotz ist sie bei den Einheimischen sehr beliebt und es sind überall auf den Strassen, auch in ziemlich gottverlassenen (oder Allahverlassenen?) Gegenden, kleine Stände zu finden die Durian und andere tropische Früchte verkaufen. Aber zurück zum Tagesverlauf.

Den gestrigen Tag in Kuala Terengganu haben wir zum Teil im "Muzium Negeri Terengganu" (zu Deutsch Terengganu Staatsmuseum), dem grössten Museum Malaysias, verbracht. Ein schönes, riesiges Museum (wobei wir wieder bei Thema "dank Öl viel Geld und Prunkbauten errichten" wären) welches in einem ebenso riesigen Park liegt. Kultur und Handwerk des Sultanats und Malaysias, Weberei, Geschichte, die königlichen Familien, die Naturwissenschaften, Schifffahrt und Fischerei. Es ist ziemlich alles abgedeckt. Nach diesem Besuch sind wir noch ins "Suisse Miniature" des Islams gefahren, in dem wichtige Gebäude der muslimischen Welt nachgebaut sind und die "Crystal Mosque", eine Moschee ganz aus Stahl und getöntem Glas, zu bewundern ist. Anschliessend haben wir unseren Schoko-Flitzer am Flughafen wieder abgegeben (der Abholdienst ist aus KL mit dem Flieger gekommen, um das Fahrzeug entgegen zu nehmen).

Am Abend haben wir einen schönen Spaziergang in Richtung Chinatown (ja, hier auch) unternommen. Auf dem Weg sind wir bei einer Art Markt vorbeigekommen, an dem sich viele Muslime (es ist gerade Ramadan), nachdem die Sonne untergegangen war, an allen möglichen Ständen mit Leckereien gütlich getan haben. Und dann, kamen sie wieder: die obligaten Durian-Stände. Nachdem wir nicht unwissend bleiben wollten haben wir uns doch noch überwunden und eine kleine Durian (2 Ringgit) gekauft. Wir können euch versichern, dass der Geruch das kleinste Übel ist. Das Fruchtfleisch ist ist eine glibberige, schleimige Masse, die nach Methan, überreifem Käse, faulen Eiern und Austernsauce schmeckt. Nur der Gedanke daran, und mir wird übel. Wir haben uns dann noch gefragt, ob wir vielleicht eine schlechte erwischt haben, aber wir bleiben lieber unwissend und wiederholen das Experiment nicht. Die Strecke bis zu nächsten Laden der Getränke verkauft, ist uns ewig vorgekommen (mittlerweile waren wir auch schon in Chinatown angekommen). Mit erfrischtem Mund konnten wir doch noch die angenehme abendliche Atmosphäre geniessen und einige interessante Bilder festhalten.

Der heutige war wieder ein Tag des Reisens. Von KT mit dem Taxi (hier heissen sie übrigens Teksi) nach Merang, und von dort mit dem Boot nach Pulau Lang Tengah. Nach 45 Minuten auf einer ruhigen See haben wir endlich das tropische Paradies erreicht. Ein mit Dschungel bewachsener Felsen, weisse Sandstrände, bizarre Felsen und Palmen. Alles hier ist traumhaft und ruhig. Es sind wenige Gäste hier, daher hatten wir den Strand und das Riff fast für uns alleine. Und keine Durians in Sicht... wie entspannend! 

Bis bald

Oli + Annina

Samstag, 14. August 2010

Zwei Pilger ziehen gen Osten

Schweren Herzens haben wir Melaka verlassen; gerne wären wir ein paar Tage länger geblieben. Aber eine Insel wartet noch auf uns und die befindet sich auf der anderen Seite des Landes. Nach einem nahrhaften und leckeren Frühstuck haben wir das Apa Kaba Homestay verlassen und unseren Schoko-Flitzer in Richtung Norden gewendet. Die Autobahn (habe ich schon erwähnt, wie gut der Zustand der Autobahnen ist?) wäre aber eine zu Einfache Variante gewesen, also haben wir uns für die kleinen Strassen entschieden, um mehr von Land zu sehen (was Oli am Ende des Tages und nach 11 Stunden hinterm Steuer fast - aber nur fast - bereut hat). 
Wir durften auf dem Weg Richtung KL viele tolle Landschaften sehen aber auch etliche Palmöl-Plantagen, die nicht so aufregend sind. Auf den abseits gelegenen Strassen ist der Verkehr ein Tick sportlicher. Der Zustand der Strassen ist, wenn man an das äquatoriale Klima denkt, gar nicht so übel. Aber ab und zu trifft man auf ein reizendes Schlagloch, welches den aufmerksamen Fahrer zu einer ziemlichen Vollbremsung zwingt (und den weniger aufmerksamen wahrscheinlich in die Werkstatt). Desto weiter wir ins Landesinnere vordrangen, desto häufiger haben wir, zu unserem Bedauern, Lastwagen mit Tropenholzladungen gekreuzt (je nach Kurve und Strassenzustand auch ein sportliches Ereignis).
An dieser Stelle ist noch eine Klammer angebracht, und zwar über den Fahrstil der Malaysier. Hier ein Paar Regeln:
  • Überholen geht immer (in Kurven mit 0 Sicht auch), egal wie eng die Strasse
  • Mopeds überholen rechts UND links
  • Mopeds fahren an Kreuzungen immer raus, egal wer oder was gerade mit 90 Sachen angebrettert kommt
  • Blinker scheinen auf den meisten Fahrzeugen nur als Option erhältlich zu sein
  • Spuren zum Abbiegen sind Überholspuren
  • Wenn irgendwo AWAS steht, dann bremse lieber (entweder ist die halbe Strasse den Hang herunter gerutscht, oder es kommt ein brutales Schlagloch)
  • Wundere dich nicht wenn du Büffel, Ziegen, Schafe, Hühner, Hunde, Katzen, Warane oder Affen auf der Strasse triffst
  • Heizung gibt es im Auto nicht - nur Kalt und Kälter
  • Rasende, beschleierte Frau in Protzkarren sind keine Seltenheit
  • Rasen, mit oder ohne Schleier, ist Nationalsport Nr. 1
Der Verkehr ist aber generell sehr Dynamisch und nicht aggressiv. Langsamere Fahrzeuge bleiben schön am Rand oder winken dich durch (in diesem Fall funktioniert der Blinker anscheinend). Also insgesamt ein fröhliches Durcheinander. Soviel zum Thema Verkehr.
Nachdem wir nahe an KL vorbeigefahren sind, sind wir der Strasse Richtung Norden weiterhin gefolgt, um irgendwann in den Cameron Highlands anzukommen. Es wurde aber ein langer Weg. Anstatt der Route 55 haben wir aus Versehen die kleine Bergstrasse nach Frasier's Hill genommen. Welch ein Abenteuer. Wenn es hier regnet, dann richtig. So sind wir bei strömenden Regen der Berg hinauf gefahren, eine enge Kurve nach der anderen, mitten im Dschungel, durch Bambus-Haine, über vom Regen erzeugte Bäche. Obwohl es ein Irrtum war, würden wir diese Fahrt jederzeit wiederholen, so traumhaft schön war sie. Oben angekommen hatte sich das Wetter bereits beruhigt und Nebelschwaden haben dem Wald eine mystische Atmosphäre verliehen. Es wurde aber immer später, die Highlands waren noch weit entfernt, und kein Ende der Irrfahrt in Sicht. Schlussendlich haben wir bei Anbruch der Dunkelheit die Autobahn erreicht und diese in Richtung Ipoh genommen. Leider fing es wieder an in Strömen zu regnen. Das hat natürlich das Vorwärtskommen auch nicht leichter gemacht.
Schlussendlich, und nach einer erneuten Bergstrasse ähnlich zu der nach Frasier's Hill, sind wir in Tanah Rata, Cameron Highlands, angekommen.
Am folgenden Tag haben wir die BOH Teeplantage besichtigt. Die Landschaften waren erneut wunderschön und der Tee köstlich. Leider mussten wir feststellen, dass nicht alles auf den Cameron Highlands so schön ist, wie die Plantagen. Wenn man der Strasse weiter in Richtung Kota Bahru folgt, trifft man auf jede Menge riesiger, anscheinend leer stehende Hotelkomplexe. Wir können uns nicht vorstellen, dass man diese jemals füllen könnte. Es scheint auch eine Angewohnheit hierzulande zu sein, im Überfluss zu Bauen. Häufig findet man eine riesige Shopping-Mall neben der anderen. Und so scheint es auch in Tanah Rata zu sein. Die Strasse nach Kota Bahru war ein bisschen einfacher als der Weg in die Highlands, jedoch wurde es durch eine weiter Irrfahrt zu einen längeren Angelegenheit. Trotz guter Beschilderung war es nicht immer einfach unser nächstes Ziel zu finden.
Über Kota Bahru gibt es nicht viel zu erzählen. Die Stadt wir meistens als Übergangsstelle nach Thailand benutzt. Nach einer erholsamen Nacht sind wir heute in Kuala Terengganu, kurz KT, angekommen und haben uns ein Hotel gegönnt. Die Stadt liegt am Meer und ist durch das Vorkommen von Erdöl ziemlich reich. Nach einem Spaziergang am Strand und dem Abendessen sind wir nun hier im Zimmer und warten gespannt drauf, was uns der morgige Tag so bringen wird.
Oli + Annina

Freitag, 13. August 2010

Der Weg ist das Ziel - Teil 2 - Melaka

... Fortsetzung ...

Über die Geschichte von Melaka möchte ich keine Roman schreiben. Es gibt genug Möglichkeiten diese nachzuschlagen. sei gesagt, dass das ehemalige Sultanat von Malaka, nach der Gründung durch einen exilierten Indischen Prinzen, zuerst von den Portugiesen, dann von den Holländern und anschliessend von den Briten kontrolliert wurde. Jede dieser Kulturen hat auch seine Spuren hinterlassen. In den offiziellen Reiseführern wird aber oft die Wichtigkeit der chinesischen Minderheit vergessen. Wir durften die Finessen dieser wichtigen Volksgruppen hautnah erleben.

Gleich am Abend unsere Ankunft wurde uns Vorgeschlagen, mit dem Herrn des Hauses eine kurze (1-2 Stunden) Führung durch die Stadt zu unternehmen. Wir haben dankend zugesagt. Und so ging es am nächsten morgen mit dem älteren Herren chinesischer Abstammung los. Die Führung hat "botanisch" und gleich hinter dem Haus angefangen. Zitronengrass und andere Kräuter wurden uns vorgestellt. Nach ein Paar chinesischen Tempelchen am Strassenrand ging es anschliessend zu einen Sikh-Tempel in dem wir, nach Entfernen der Schuhe und Bedecken des Kopfes, ein leckeres zweites Frühstück bekommen haben. Die Männer (mit Bart und Turban) und die Frauen waren alle sehr herzlich, und nicht mal überrascht, Menschen zu bedienen die nicht ihrem Kult angehören. Dies sei normal - die Sikh sehen dies als eine Pflicht an, allen zu helfen die in ihren Tempel kommen.

Gleich auf der anderen Strassenseite, ein chinesischer Tempel mit angeschlossenen Friedhof - der grösste ausserhalb Chinas. Unser Führer hat uns die Geschichte von Cheng Ho, dem grossen chinesischen Admiral und Entdecker erklärt, dessen Statue im Tempel steht. Auch über Cheng Ho möchte ich nicht zu viel erzählen... die Freude des Nachschlagen. Es sei jedoch gesagt, dass auch er eine Rolle in der Geschichte von Melaka gespielt hat.

In der Zwichenzeit waren die 2 Stunden vergangen, unser Führer zeigte jedoch keinerlei Anzeichen der Schwäche. Also ging es weiter, durch pittoreske Gassen, belebte Strasse, Teehäuser, Tempel, Kirchen und Moscheen (alle unmittelbar nebeneinander - welch ein Zeichen der Toleranz!). Wie bereits erwähnt, spielt der kulinarische Aspekt in Melaka eine wichtige Rolle. So durften wir den obligaten chicken rice (diesmal in Form von Bällchen) sowie das leckere Dessert (rote Bohnen in süsser Kokosmilch gekocht, geriebenes Eis und einen Schuss Sojasauce drüber) nicht verpassen. 

Nach mehren Stunden haben wir uns bei unserem Führer bedankt und gefragt, was wir ihm als Entschädigung für seine Zeit geben könnten. Seine Antwort hat uns überrascht : Nichts! Es hat ihn gefreut uns herumzuführen und sich die Beine zu vertreten.

... Fortsetzung folgt ...

Donnerstag, 12. August 2010

Der Weg ist das Ziel - Teil 1 (KK-KL, KL-Melaka)

Lange ist es her, seit wir uns zuletzt gemeldet haben. Dies liegt aber nicht am Mangel von Verbindungsmöglichkeiten. Einerseits waren wir kurz krank, und haben es versäumt, unseren letzten Eintrag aus Borneo zu machen. Andererseits sind wir dermassen entspannt durch die Weltgeschichte spaziert, dass uns das Verstreifen der Zeit gar nicht aufgefallen ist. Also Achtung! Ein längerer Eintrag spriesst gerade in meinem (Oli) Geiste.

Kehren wir also nach Borneo zurück (welches mittlerweile weit entfernt, auf der anderen Seite des südchinesischen Meeres ist).

Am Tag nach unserem spannenden Dschungel-Trip, sind wir gemütlich von Ranau nach Kota Kinabalu zurückgefahren, haben in der gleichen Lodge eingecheckt, und sind anschliessend ein bisschen mit unserem tollen Flitzer durch die Gegend "gecruised". So sind wir im Lok Kawi Wildlife Parc gelandet. Es sei gesagt, dass wir in Malaysia zwei Künste gelernt haben, die eine ruhige Umgebung und ein nicht allzu leichtes Portemonnaie ermöglichen : kurz von der Schliessung irgendwo ankommen und einen Rabatt zu verlangen. Aber zurück zu Lok Kawi. Eigentlich schöner, grösser und gepflegter als erwartet, hat uns dieser Park einen Einblick in die Tierwelt von Borneo und Malaysia ermöglicht, und uns Geschöpfe gezeigt, von denen wir im Dschungel nur die Geräusche hören konnten. Die Rückfahrt nach KK hat uns noch einen schönen Sonnenuntergang geboten und wir haben sogar einen mother trucker entdeckt :-) (siehe Bilder).

Montags haben wir uns für eine Tour zu den Inseln entschieden, die in der Bucht vor KK liegen, um ein wenig zu chillen und baden. Leider hat Annina schon am Morgen erste Zeichen einer Erkrankung gezeigt, welche über den Tag immer stärker wurden. Wir konnten jedoch den Tag auf Mamutik geniessen, und das schauspiel von Ebbe und Flut mit ansehen. Als wir dann den Rückweg entlang der Küste der kleinen Insel in Angriff genommen haben, hat es mich auch erwischt, und mir wurde immer schlechter. Den Abend haben wir mit Magen-Darm (und ich mit Fieber) im Bett verbracht.

Am nächsten Tag ging es uns gut genug (Perenterol und Aspirin sei Dank), um den Rückflug nach KL zu überstehen. Nach der Ankunft haben wir ein Auto, welches diesen Namen auch verdient, gemietet. Proton Waja, Automatik, Leder, Klima. Ursprünglich dachten wir, wir hätten zuviel bezahlt, da keiner der Anbieter am Flughafen uns einen Kleinwagen vermieten und eine Limousine andrehen wollte. Es hat sich später herausgestellt, dass dem nicht so war. Von KL sind wir also über die sehr gut ausgebaute Autobahn in Richtung Melaka gefahren, haben aber bei Port Dickson diese verlassen, um der Küstenstrasse zu folgen. Die Landschaften entlang der Strasse 5 sind wunderschön - ein sich Abwechseln von Wäldern und reizenden Dörfern. Und dann, endlich Melaka in Sicht. Dank meines hervorragenden Navigators (Annina) haben wir auch gleich den Apa Kaba Homestay gefunden, ein entzückendes, hundert Jahre altes Haus, unmittelbar in der Nähe des Zentrums und Chinatowns. Wir wurden sehr herzlich empfangen und haben auch gleich Empfehlungen für das Abendessen erhalten - die Nyonya-Küche könne man nirgendwo wie bei Madam Amy geniessen. Und so war es auch! Eine Explosion des Geschmacks, überraschende Bananenblüten-Salate, Fisch und Gemüseeintopf. Einfach Traumhaft!

... Fortsetzung folgt...

Samstag, 7. August 2010

Dschungel und Tücken von Borneo

Borneo, seine Wälder, seine Tierwelt und dessen Tücken. Den heutigen Eintrag könnte man so abkürzen. 

Obwohl gerade die Minibusse, die für wenig Geld jeden an der Strasse aufladen bis keine Katze mehr ins Fahrzeug passen würde, auch ihren eigenen Charme haben, haben wir uns gestern entschlossen ein Auto zu mieten. Hiermit können wir Borneo recht gut auf eigene Faust entdecken und nicht nur die Touristen-Hotspots. Wir sind zwar nicht so sicher, ob sich das Ding als Auto schimpfen darf, eher ist es eine Schrottkarre Marke Proton, dessen Bremsen mehr schlecht denn recht funktionieren :-). Ach ja, und es wird links gefahren hier, was auch ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Nun sind wir also gestern durch die Gegend gefahren Richtung Kinabalu Nationalpark, um dort in den berühmten heissen Quellen von Poring zu baden und den Park zu erkunden. 

Die Gegend zwischen Kota Kinabalu und Poring ist sehr ländlich und eher ärmlich, überall sind Kühe und Hunde und sonst alle möglichen Tiere auf den Strassen und überall wurde uns nachgewunken. Gegessen haben wir bei einem Fischer am Fluss, der ein kleines Restaurant betreibt und wohl ziemlich erstaunt über die Touristen war und auch nicht wirklich Englisch gesprochen hat. Endlich in Poring angekommen, haben wir uns ein Bad in den herrlichen Quellen genehmigt, blöderweise war Oli nachher so entspannt, dass er rechts statt links gefahren ist und der Fahrer des entgegenkommenden Jeep ziemlich blöd geschaut hat... zum Glück ist nichts passiert :-/

Wer jetzt eher schwache Nerven hat, sollte vielleicht nicht weiterlesen :-). Da wir nicht für teures Geld im Park übernachten wollten (immerhin mindestens 250 RM = 80 Franken), haben wir uns für ein Guesthouse ganz in der Nähe entschieden... welches von aussen auch sehr nett ausgesehen hat - von innen eher weniger. Bretterbude mit Schimmel, kapputtem Klo und einem Eimer als Dusche; so weit so gut, für eine Nacht geht das einigermassen - haben wir gedacht... bis wir nach dem Abendessen zurückkamen und es nur so gewuselt hat von riesigen, fingerlangen Kakerlaken. Klar, man arrangiert sich mit 1 - 2 von den Viechern im Zimmer, schliesslich sind wir in Borneo und es hat nun mal eine riesige Artenvielfalt, und die Tierchen sind halt alle überdimensional zu den uns bekannten Arten. Allerdings hat Annina doch einen leichten hysterischen Anfall gehabt, als sie mindestens 3 von den Viechern auf ihrem Rucksack gesehen hat. Sie waren aber einfach überall und wir hätten wohl kein Auge zugetan, so sind wir kurzerhand geflüchtet (nachdem wir halbwegs sicher waren, alle Tiere aus unseren Sachen verjagt zu haben) und haben uns ein anderes Lodge gesucht. 

Heute haben wir nun nach erholsamem Schlaf ohne gruusige Viecher einen zweistündigen Aufstieg durch den Dschungel zum Langanan-Wasserfall in Angriff genommen. Die Vegetation ist einfach grandios, im ganzen Wald hört man Vogelgesang und sonstige Regenwaldgeräusche, man sieht wunderschöne riesige Schmetterlinge, mächtige Bäume und Pflanzen mit riesigen Blüten. Allerdings ist das Klima dementsprechend, nach spätestens 5 Minuten ist man durchnässt vom eigenen Schweiss. Der Wasserfall war toll, sicher 100 m hoch und ausserdem schön kühlend. Der Abstieg war etwas weniger toll, beim Marsch durchs Farn haben wir uns beide Blutegel eingefangen, die auf die Schuhe klettern und sich auf die Beine stürzen. Oli hat seinen fast nicht abgekriegt, so sehr hat er sich verbissen; allerdings sind die Tierchen auch eher eklig, als dass es wirklich weh tun würde. 

So, es gibt noch ein paar Fotos und dann werden wir schnell ins Bett gehen, war der Aufstieg doch einigermassen anstrengend.

Bis bald, Annina und Oli

Donnerstag, 5. August 2010

I ♥ KL

Die letzten Tage sind wie im Flug vergangen. Trotz bester Absichten haben wir es nicht geschafft, nach unserer Reise früh aufzustehen. Wir hatten aber einen schönen (und heissen) Tag. Erste Etappe waren die berühmten Petronas Towers, die bis vor Kurzem (Taipeh 501 und Burj Dubai gab's noch nicht) die höchsten Wolkenkratzer der Welt waren. Es besteht die Möglichkeit, die Türme zu besichtigen (gratis Eintritt), aber leider sind meistens alle Tickets bis spätestens 9 Uhr vergeben. Daher haben wir uns entschlossen, etwas in der Nähe der Türme essen zu gehen. Zwei Currys mit Getränk = 18 RM. Das sind nicht ganz 3 Franken pro Nase. Lecker und billig, was will man mehr?

Um doch noch etwas von der Aussicht auf die Stadt zu haben, haben wir dann den Lift zur Plattform des auch sehr hohen (421 m) Fernsehturms genommen. Die Mischung aus hochmodernen Glas- und Stahltürmen und dem "Durcheinander" von kleinen, verwinkelten Gebäuden ist sehr interessant. Zudem ist KL eine sehr grüne Stadt, in der teilweise der Dschungel den Kampf gegen die Metropole zu gewinnen scheint.

Wir haben übrigens fast vergessen, unser Hostel zu erwähnen. Die "Travellers Palm Lodge" ist neben einer der lebhaftesten Strassen in KL gelegen. Susie, die Besitzerin, die jeden Morgen die Backpackers fragt "What's your plan for today? Are you going to see the towers?", ist sehr herzlich und hilfsbereit.

Nach einer verdienten Dusche, haben wir Sue, eine Engländerin, die fast 5 Monate zwischen Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam und Malaysia unterwegs ist, kennen gerlernt. Sie hat uns gleich mit sich mitgenommen um den Abend mit ein wenig "Party" abzurunden.

Am nächsten Tag, also gestern, haben wir mit Sue eine Runde nach Chinatown unternommen. Bei einer noch grösseren Hitze als am Tag zuvor sind wir ziemlich weit gelaufen, bis wir uns entschieden haben, trotzdem den (zum Glück klimatisierten) Schnellzug zu nehmen. Anschliessend sind wir noch ein wenig durch die Gegen "gestreunt" und haben weitere Eindrücke aus dieser multikulturellen Stadt gewonnen. Am Abend haben wir Sue noch zum Abendessen eingeladen.

Heute sind wir nun auf Borneo, in Kota Kinabalu, angekommen und sind bereit, weitere Impressionen einzusammeln. Als erstes wurden wir aber vom rabenschwarzen Himmel und dem anschliessenden Regenguss beinahe überrascht.

Aber jetzt ist es endlich Zeit für die ersten Fotos! Die Gallerie ist über den Link hier rechts erreichbar.

Wir wünschen allen eine angenehme Nacht und sagen "Bis bald!".

 

Oli + Annina