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Mittwoch, 18. August 2010

The picture of Durian Gray

In Oscar Wildes Buch altert Dorian Gray nicht, dafür ein Portrait von ihm. Hätte der Autor die Geschichte in Malaysia spielen lassen, wäre es kein Portrait, sondern eine hässliche Frucht gewesen...

In Malaysia, wie mit Sicherheit in den anderen Ländern in denen sie vorkommt, ist es verboten eine Durian-Frucht mit ins Taxi, in den Bus oder ins Hotel zu nehmen. Und dies aus einem guten Grund: sie stinkt bestialisch - ich weiss nicht wie ich es am besten beschreiben soll - nach Biogas, oder so etwas in diese Richtung. Zudem ist sie ziemlich voluminös (je nach Exemplar können es schon ein paar Kilo sein) und hat eine harte, mit zahlreichen Stacheln versehene Schale. Nichts desto trotz ist sie bei den Einheimischen sehr beliebt und es sind überall auf den Strassen, auch in ziemlich gottverlassenen (oder Allahverlassenen?) Gegenden, kleine Stände zu finden die Durian und andere tropische Früchte verkaufen. Aber zurück zum Tagesverlauf.

Den gestrigen Tag in Kuala Terengganu haben wir zum Teil im "Muzium Negeri Terengganu" (zu Deutsch Terengganu Staatsmuseum), dem grössten Museum Malaysias, verbracht. Ein schönes, riesiges Museum (wobei wir wieder bei Thema "dank Öl viel Geld und Prunkbauten errichten" wären) welches in einem ebenso riesigen Park liegt. Kultur und Handwerk des Sultanats und Malaysias, Weberei, Geschichte, die königlichen Familien, die Naturwissenschaften, Schifffahrt und Fischerei. Es ist ziemlich alles abgedeckt. Nach diesem Besuch sind wir noch ins "Suisse Miniature" des Islams gefahren, in dem wichtige Gebäude der muslimischen Welt nachgebaut sind und die "Crystal Mosque", eine Moschee ganz aus Stahl und getöntem Glas, zu bewundern ist. Anschliessend haben wir unseren Schoko-Flitzer am Flughafen wieder abgegeben (der Abholdienst ist aus KL mit dem Flieger gekommen, um das Fahrzeug entgegen zu nehmen).

Am Abend haben wir einen schönen Spaziergang in Richtung Chinatown (ja, hier auch) unternommen. Auf dem Weg sind wir bei einer Art Markt vorbeigekommen, an dem sich viele Muslime (es ist gerade Ramadan), nachdem die Sonne untergegangen war, an allen möglichen Ständen mit Leckereien gütlich getan haben. Und dann, kamen sie wieder: die obligaten Durian-Stände. Nachdem wir nicht unwissend bleiben wollten haben wir uns doch noch überwunden und eine kleine Durian (2 Ringgit) gekauft. Wir können euch versichern, dass der Geruch das kleinste Übel ist. Das Fruchtfleisch ist ist eine glibberige, schleimige Masse, die nach Methan, überreifem Käse, faulen Eiern und Austernsauce schmeckt. Nur der Gedanke daran, und mir wird übel. Wir haben uns dann noch gefragt, ob wir vielleicht eine schlechte erwischt haben, aber wir bleiben lieber unwissend und wiederholen das Experiment nicht. Die Strecke bis zu nächsten Laden der Getränke verkauft, ist uns ewig vorgekommen (mittlerweile waren wir auch schon in Chinatown angekommen). Mit erfrischtem Mund konnten wir doch noch die angenehme abendliche Atmosphäre geniessen und einige interessante Bilder festhalten.

Der heutige war wieder ein Tag des Reisens. Von KT mit dem Taxi (hier heissen sie übrigens Teksi) nach Merang, und von dort mit dem Boot nach Pulau Lang Tengah. Nach 45 Minuten auf einer ruhigen See haben wir endlich das tropische Paradies erreicht. Ein mit Dschungel bewachsener Felsen, weisse Sandstrände, bizarre Felsen und Palmen. Alles hier ist traumhaft und ruhig. Es sind wenige Gäste hier, daher hatten wir den Strand und das Riff fast für uns alleine. Und keine Durians in Sicht... wie entspannend! 

Bis bald

Oli + Annina

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