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Samstag, 7. August 2010

Dschungel und Tücken von Borneo

Borneo, seine Wälder, seine Tierwelt und dessen Tücken. Den heutigen Eintrag könnte man so abkürzen. 

Obwohl gerade die Minibusse, die für wenig Geld jeden an der Strasse aufladen bis keine Katze mehr ins Fahrzeug passen würde, auch ihren eigenen Charme haben, haben wir uns gestern entschlossen ein Auto zu mieten. Hiermit können wir Borneo recht gut auf eigene Faust entdecken und nicht nur die Touristen-Hotspots. Wir sind zwar nicht so sicher, ob sich das Ding als Auto schimpfen darf, eher ist es eine Schrottkarre Marke Proton, dessen Bremsen mehr schlecht denn recht funktionieren :-). Ach ja, und es wird links gefahren hier, was auch ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Nun sind wir also gestern durch die Gegend gefahren Richtung Kinabalu Nationalpark, um dort in den berühmten heissen Quellen von Poring zu baden und den Park zu erkunden. 

Die Gegend zwischen Kota Kinabalu und Poring ist sehr ländlich und eher ärmlich, überall sind Kühe und Hunde und sonst alle möglichen Tiere auf den Strassen und überall wurde uns nachgewunken. Gegessen haben wir bei einem Fischer am Fluss, der ein kleines Restaurant betreibt und wohl ziemlich erstaunt über die Touristen war und auch nicht wirklich Englisch gesprochen hat. Endlich in Poring angekommen, haben wir uns ein Bad in den herrlichen Quellen genehmigt, blöderweise war Oli nachher so entspannt, dass er rechts statt links gefahren ist und der Fahrer des entgegenkommenden Jeep ziemlich blöd geschaut hat... zum Glück ist nichts passiert :-/

Wer jetzt eher schwache Nerven hat, sollte vielleicht nicht weiterlesen :-). Da wir nicht für teures Geld im Park übernachten wollten (immerhin mindestens 250 RM = 80 Franken), haben wir uns für ein Guesthouse ganz in der Nähe entschieden... welches von aussen auch sehr nett ausgesehen hat - von innen eher weniger. Bretterbude mit Schimmel, kapputtem Klo und einem Eimer als Dusche; so weit so gut, für eine Nacht geht das einigermassen - haben wir gedacht... bis wir nach dem Abendessen zurückkamen und es nur so gewuselt hat von riesigen, fingerlangen Kakerlaken. Klar, man arrangiert sich mit 1 - 2 von den Viechern im Zimmer, schliesslich sind wir in Borneo und es hat nun mal eine riesige Artenvielfalt, und die Tierchen sind halt alle überdimensional zu den uns bekannten Arten. Allerdings hat Annina doch einen leichten hysterischen Anfall gehabt, als sie mindestens 3 von den Viechern auf ihrem Rucksack gesehen hat. Sie waren aber einfach überall und wir hätten wohl kein Auge zugetan, so sind wir kurzerhand geflüchtet (nachdem wir halbwegs sicher waren, alle Tiere aus unseren Sachen verjagt zu haben) und haben uns ein anderes Lodge gesucht. 

Heute haben wir nun nach erholsamem Schlaf ohne gruusige Viecher einen zweistündigen Aufstieg durch den Dschungel zum Langanan-Wasserfall in Angriff genommen. Die Vegetation ist einfach grandios, im ganzen Wald hört man Vogelgesang und sonstige Regenwaldgeräusche, man sieht wunderschöne riesige Schmetterlinge, mächtige Bäume und Pflanzen mit riesigen Blüten. Allerdings ist das Klima dementsprechend, nach spätestens 5 Minuten ist man durchnässt vom eigenen Schweiss. Der Wasserfall war toll, sicher 100 m hoch und ausserdem schön kühlend. Der Abstieg war etwas weniger toll, beim Marsch durchs Farn haben wir uns beide Blutegel eingefangen, die auf die Schuhe klettern und sich auf die Beine stürzen. Oli hat seinen fast nicht abgekriegt, so sehr hat er sich verbissen; allerdings sind die Tierchen auch eher eklig, als dass es wirklich weh tun würde. 

So, es gibt noch ein paar Fotos und dann werden wir schnell ins Bett gehen, war der Aufstieg doch einigermassen anstrengend.

Bis bald, Annina und Oli

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